„Was inspiriert Dich?“ – eine Frage, die in klassischen Mitarbeiterumfragen kaum gestellt wird. Viel zu oft liegt der Fokus auf vertrauten KPIs wie Mitarbeiterzufriedenheit, Engagement oder Commitment. Diese Kennzahlen haben ganz klar ihre Berechtigung. Doch sie greifen an manchen Stellen zu kurz, vor allem in unserem zunehmend dynamischen Wettbewerbsumfeld. Mehr dazu in unserem Webinar.
Inhaltsverzeichnis
- I luoghi di lavoro svizzeri non sono certo fonte di ispirazione
- Soddisfazione e ispirazione dei dipendenti a confronto
- Perché la trasformazione non può avere successo senza i dipendenti
- Che cos'è (non è) l'ispirazione
- Differenza tra ispirazione e leadership ispirata
- Cosa ispira davvero i dipendenti
- Ambiente di lavoro stimolante: ecco da dove possono partire le aziende
- Breve e dolce
Fest steht: Die Arbeitswelt verändert sich. Fachkräftemangel, Digitalisierung und kultureller Wandel setzen Unternehmen hierzulande immer stärker unter Druck. Mitarbeitende sind heute eher bereit, ihren Arbeitgeber zu wechseln. Die Loyalität nimmt ab. Vor diesem Hintergrund reicht es nicht mehr, allein die Mitarbeiterzufriedenheit zu messen und zu verbessern. Es braucht ein tieferes Verständnis dafür, was Menschen wirklich bewegt und antreibt. Oder anders gesagt: Unternehmen sollten sich damit auseinandersetzen, was Mitarbeitende als Menschen inspiriert und was sie im Unternehmen hält.
Genau das war Thema unseres Webinars „Mitarbeitende inspirieren“, das Dr. Kathrin Neumüller gemeinsam mit dem Anbieter der Kommunikationsplattform Ahead durchgeführt hat.
Die zentralen Fragen:
- ✅ Warum ist Inspiration der Mitarbeiterzufriedenheit und dem Engagement überlegen?
- ✅ Wie lässt sich Inspiration im Arbeitskontext messen?
- ✅ Welche Wirkung entfaltet sie konkret im Alltag von Mitarbeitenden?
- ✅ Wie können Firmen ein inspirierendes Arbeitsumfeld schaffen?
- ✅ Gibt es Unterschiede zwischen den Generationen, wenn es um das Thema Inspiration geht?
Antworten lieferte unter anderem die aktuelle Arbeitnehmerstudie 2025, durchgeführt in der Schweiz und Liechtenstein, sowie Kathrins Forschungsarbeiten rund um Mitarbeiterinspiration an der Universität St. Gallen.
Schweizer Arbeitsplätze sind kaum inspirierend
Die Ergebnisse unserer aktuellen Arbeitnehmerumfrage 2025 zeichnen ein ernüchterndes Bild. Nur ein Drittel der Beschäftigten in der Schweiz und in Liechtenstein fühlt sich durch seine Arbeit inspiriert. Zwei Drittel hingegen erleben kaum oder gar keine Inspiration. In vielen Fällen fehlt es schlicht an den nötigen Rahmenbedingungen.
Woran liegt das?
- Zu viel Routine hat sich eingeschlichen.
- Wertschätzung bleibt aus.
- Unternehmensvisionen wirken austauschbar und zahlen zu stark auf rein wirtschaftliche Ziele ein statt auf einen grösseren gesellschaftlichen Zweck.
Viele Unternehmen erheben zwar in Umfragen, wie zufrieden ihre Mitarbeitenden sind. Doch nicht selten verschwinden die Ergebnisse unbearbeitet in der Schublade. Ein verpasster Moment, denn gerade hier liegt grosses Potenzial. Diese Fakten sind ein Weckruf für HR und Geschäftsleitungen. Im Webinar haben wir aufgedeckt, warum es um weit mehr als Zufriedenheit bei Mitarbeitenden geht.
Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterinspiration im Vergleich
🧘♀️ Mitarbeiterzufriedenheit
Wie schon das Wort „zu-frieden“ andeutet, geht es um einen Zustand der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit.
Zufriedenheit bedeutet, dass wir mit uns und unserer Umwelt im Einklang sind – und den Status quo erhalten möchten.
🚀 Mitarbeiterinspiration
Inspiration hingegen bewegt uns. Sie bringt Energie, Ideen und Veränderungsbereitschaft.
Inspirierte Mitarbeitende wollen gestalten, Neues lernen – und die Zukunft aktiv mitprägen.
Warum Transformation ohne Mitarbeitende nicht gelingt
Transformation ist immer menschengetrieben. ChatGPT, Automatisierung, Digitalisierung hin oder her – am Ende des Tages sind es Menschen, die Veränderungen vorantreiben (oder eben blockieren). Ob eine Transformation gelingt, hängt nicht allein von Technologie oder Strategie ab, sondern in erster Linie davon, ob Mitarbeitende bereit sind, sie mitzutragen. Ganz nach dem Motto: Culture eats strategy for breakfast.
Technologie ist dabei Mittel zum Zweck. Man kann noch so viel in digitale Infrastruktur investieren, doch wenn die Mitarbeitenden nicht mitziehen, bleibt der Fortschritt auf der Strecke. Tatsächlich scheitern rund 70 % der Veränderungsinitiativen in Unternehmen daran, dass es nicht gelingt, die Menschen mitzunehmen oder zu mobilisieren.
Was Inspiration (nicht) ist
Inspiration ist mehr als ein angenehmes Gefühl. Sie beschreibt vielmehr das Erleben von Sinnhaftigkeit im beruflichen Handeln. Inspirierte Mitarbeitende entwickeln Ideen, hinterfragen Routinen und treiben Innovationen voran.
Doch Obacht: Inspiration ist nicht nur etwas für White-Collar-Mitarbeitende, also Mitarbeitende, die am PC sitzen. Unsere Forschung an der Universität St. Gallen zeigt: Auch Mitarbeitende im Retail (an der Kasse oder beim Einräumen von Regalen) können inspiriert sein. Inspiration bedeutet hier zum Beispiel, offen für Veränderungen zu sein, neue Arbeitsmethoden zu erkennen und diese gegebenenfalls direkt an die Kundschaft weiterzugeben, z. B. durch eine kreative “Konsumidee” an der Fleischtheke.
Inspiration ist also kein „weicher“ Wohlfühlaspekt, sondern ein strategischer Hebel für den Unternehmenserfolg. Sie steigert die Veränderungsbereitschaft, fördert unternehmerisches Denken und wirkt weit über den unmittelbaren Arbeitsplatz hinaus. Denn inspirierende Arbeitsplätze entfalten nach aussen enorme Strahlkraft und sind damit hochattraktiv für Bewerberinnen und Bewerber.
- Produktivität. Inspirierte Mitarbeitende leisten im Schnitt rund einen Monat mehr pro Jahr. Das zeigt unsere aktuelle Studie zur Mitarbeiterproduktivität in Schweizer Unternehmen.
- Wohlbefinden. Sie fühlen sich deutlich resilienter und erleben ein höheres Mass an psychischem und physischem Wohlbefinden.
- Veränderungsbereitschaft. Sie zeigen mehr Offenheit für neue Prozesse und denken lösungsorientierter.
- Employer Branding. Inspirierende Unternehmen werden als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen – sowohl intern als auch extern.

Basierend auf der Wissenschaft misst ValueQuest Inspiration entlang zweier Dimensionen:
- Inspirationskraft – also Impulse von aussen, zum Beispiel durch Kolleginnen und Kollegen, eine inspirierende und bewegende Vision oder erlebte Wertschätzung.
- Inspiriertes Handeln – also der Wille und die Fähigkeit, diese Impulse im eigenen Arbeitsalltag aktiv umzusetzen.
Inspiration beginnt häufig mit einem äusseren Impuls. Etwas berührt uns, macht uns aufmerksam und führt dazu, dass wir in Bewegung kommen. Plötzlich wollen wir etwas gestalten, uns ausdrücken, Neues ausprobieren. Dieser Moment ist mehr als Motivation oder Engagement. Er ist ein Entwicklungsschub und führt zu einem inneren Wachstum.
Inspirierende Arbeitsumfelder schaffen
Ein Feedbacktool, mit dem ValueQuest Inspiration greifbarer macht, ist die Employee Inspirations Journey. Es handelt sich dabei um ein Reflexionstool, mittels welchem sich Mitarbeitende mit ihren persönlichen Inspirationsquellen, Entwicklungspotenzialen und Entwicklungszielen auseinandersetzen. Hier fragen wir beispielsweise:
- Was inspiriert Dich im Leben und im Arbeitsalltag?
- Wie sinnstiftend ist Deine Employee Journey beim aktuellen Arbeitgeber?
- Was würdest Du Dir für Deine berufliche Zukunft wünschen?
Wichtig ist hierbei, dass es bei der Inspiration nicht nur um Menschen als Arbeitskraft geht, sondern darum, was Menschen im Alltag inspiriert und berührt. Es geht dabei nicht um ihre berufliche Rolle, sondern um den Menschen als Ganzes.
Unterschied zwischen Inspiration und inspirierender Führung
In der Wissenschaft ist inspirierende Führung schon lange ein Begriff. Meist geht es dabei um einen Top-down-Ansatz: Eine Führungskraft mit Vision, rhetorischem Talent und starker Persönlichkeit, die ihr Team mitreisst und zu Höchstleistungen motiviert. In 360-Grad-Feedbacks wird dieses Verhalten oft abgefragt.
Der Haken daran? Diese Art der Messung fragt das Verhalten der Führungskraft ab, nicht das tatsächliche Erleben der Mitarbeitenden. Ob ich mich als Mitarbeitende oder Mitarbeitender wirklich inspiriert fühle, bleibt dabei aussen vor.
Unser Verständnis von Inspiration setzt genau hier an. Wir fragen nicht (nur), wer inspirierend handelt, sondern was inspiriert. Es geht um das persönliche Erleben. Der Moment der Inspiration kann durch eine Führungskraft ausgelöst werden, muss aber nicht.
Genauso inspirierend kann sein:
- Ein unterstützendes Team
- Eine Begegnung mit einer Kollegin in der Kaffeepause
- Eine Weiterbildung
- Ein Kundengespräch, das berührt
- Oder eine Vision, die über Umsatzziele hinausgeht und gesellschaftlichen Mehrwert schafft
Inspiration ist also kein Führungsstil. Es ist ein Zustand. Und dieser Zustand entsteht nicht nur durch gutes Leadership, sondern durch eine inspirierende Umgebung. Wenn Unternehmen verstehen wollen, was Mitarbeitende wirklich bewegt, reicht es also nicht, sich auf Führung zu fokussieren.
Was Mitarbeitende wirklich inspiriert
Viele Unternehmen glauben, Inspiration entstehe vor allem durch starke Führung, grosse Visionen oder ein klar formuliertes Wertesystem. Doch unsere Forschung zeigt ein ganz anderes Bild. Klassische Faktoren wie Unternehmenswerte oder der direkte Vorgesetzte landen nicht auf den vorderen Plätzen, wenn es um die wirklichen Inspirationsquellen im Arbeitsalltag geht.
Die Daten aus der aktuellen Forschung sprechen eine klare Sprache. Das sind die Top-Quellen der Inspiration für Mitarbeitende:
- 💡 Persönliche Werte
- 🏡 Privates Umfeld
- 🤝 Kundenkontakt
- 👥 Kolleginnen und Kollegen
- 📚 Lernen & Weiterentwicklung
Und Führung? Die kommt erst deutlich später. Genauso wie die Unternehmensstrategie, die oft als zu abstrakt oder zu weit entfernt empfunden wird. Wenn Visionen nur auf Umsatz oder Effizienz zielen, fehlt der emotionale Zugang.

Inspirierendes Arbeitsumfeld: Hier können Unternehmen ansetzen
Wenn Unternehmen ein inspirierendes Umfeld schaffen wollen, reicht es nicht, an der Strategie zu feilen. Sie müssen die erlebte Realität gestalten. Unsere Umfrage zeigt deutlich, wo die grössten Hebel liegen:
Mehr Autonomie und Freiraum
Nur 50 Prozent der Mitarbeitenden erleben ausreichend Spielraum, um eigene Ideen umzusetzen. Doch wer gestalten darf, fühlt sich wirksam – und wird eher inspiriert.
Mehr Wertschätzung und Anerkennung
Nur 44 Prozent fühlen sich in ihren Impulsen ernst genommen. Dabei ist das Erleben von Resonanz ein zentraler Faktor für Inspiration.
Visionen mit Strahlkraft
Nur 34 Prozent empfinden die Unternehmensvision als inspirierend. Oft bleibt sie vage oder rein wirtschaftlich orientiert. Doch wer Sinn vermitteln will, muss auch Sinn bieten.

Kurz und Knapp
- Ganze 64 % der befragten Mitarbeitenden fühlen sich uninspiriert. Hier liegt noch viel Potenzial.
- Ü50 Mitarbeitende nicht vergessen: Sie sind inspirierter und transformationsbereiter als alle anderen.
- Mitarbeiterinspiration geht weiter als Zufriedenheit, Engagement und Commitment – sie berührt uns menschlich.
- Was inspiriert Dich wirklich? (Warum-Spiel aus dem Design Thinking) – gehe mit anderen ins Gespräch. Die Employee Inspiration Journey ist ein Dialoginstrument und Entwicklungstool hierfür.
- What gets measured gets done: Etablieren Sie Mitarbeiterinspiration als neue Zielgrösse.
Beitrag veröffentlicht am 10. Juni 2025
Über Dr. Kathrin Neumüller

Dr. oec. HSG Kathrin Neumüller ist Co-Geschäftsführerin bei ValueQuest und Expertin für Mitarbeiterinspiration und Empowerment. Daneben unterrichtet sie im MBA strategisches Management an der ZHAW. Sie promovierte an der Universität St. Gallen (HSG) und studierte an der University of Cambridge. Erfahren Sie mehr über Kathrin
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