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Unsere neue Pensionskassen-Studie Pensionskassenlösungen 2026 liefert Antworten für Pensionskassen-Berater, Broker und Finanzdienstleister. Unsere Pensionskassen-Studie zeigt: Vertrauen in die Pensionskasse ist generell vorhanden, doch das Wissen über die eigene Vorsorge weist erhebliche Lücken auf.
Wer als Berater die Sorgen, Wissenslücken und Bedürfnisse der Versicherten genau versteht, kann durch gezielte Aufklärung und transparente Kommunikation langfristige, vertrauensvolle Kundenbeziehungen aufbauen.
Die Studie wurde von Melanie Wollschläger (Studienleitung Pensionskassenlösungen) und Gabriel Martin erstellt.
Kontaktieren Sie mich persönlich, wenn Sie unsere aktuelle Pensionskassen-Studie Schweiz 2026 kostenfrei beziehen möchten.
– Melanie Wollschläger
Firmeneigene Pensionskassen dominieren
Was die Pensionskassenlösung anbelangt, so ist die Schweizer Vorsorgelandschaft vielfältig: Hauptsächlich firmeneigene Pensionskassen prägen die 2. Säule.
- Rund 35 Prozent der Befragten sind in einer solchen Kasse versichert.
- Auf den weiteren Plätzen folgen Pensionskassen von Versicherungen (19 Prozent) und öffentliche Pensionskassen (17 Prozent).
- Aber: Jede achte Person (13 Prozent) weiss nicht, bei welcher Pensionskasse ihre 2. Säule / Pensionskassenlösung geführt wird.

Für Pensionskassen-Berater heisst das: Ein erheblicher Teil der potenziellen oder bestehenden Kunden und Kundinnen bewegt sich im Blindflug auf die Pensionierung zu.
Pensionskasse: Wissen zur 2. Säule ist ungleich verteilt
Unsere Pensionskassen-Studie zeigt: Das Wissen über die eigene Pensionskassenlösung hängt stark von soziodemografischen Faktoren ab. Die Selbsteinschätzung der Versicherten bleibt mehrheitlich im Mittelfeld: Nur 45 Prozent geben an, ihre Pensionskassenlösung gut oder sehr gut zu kennen. 21 Prozent schätzen ihre Kenntnisse als schlecht oder gar sehr schlecht ein.
- Geschlecht: Männer schätzen ihre Kenntnisse über die Pensionskasse und die berufliche Vorsorge deutlich besser ein als Frauen. Während Männer einen Mittelwert von 3.5 (auf einer Skala von 1 bis 5) erreichen, liegen Frauen bei einem Mittelwert von 3.1. Sogar 17 Prozent der Frauen kennen ihre Pensionskassenlösung nicht, gegenüber nur 10 Prozent der Männer. Weibliche Versicherte sind also eine Zielgruppe mit besonders hohem Aufklärungsbedarf und entsprechend grossem Beratungspotenzial.
- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Verständnis über die 2. Säule, bzw. die Pensionskasse. Die 18- bis 29-Jährigen bewerten ihre Kenntnisse mit 3.2, während die über 60-Jährigen einen Wert von 3.6 erreichen.

- Bildung und Einkommen: Hier zeigen sich die stärksten Effekte. Personen mit obligatorischer Grundschule (3.1) oder einem Einkommen unter 4’000 Franken (2.9) weisen massive Wissenslücken auf. Bei Hochschulabsolventen (3.5) und Einkommen über 12’000 Franken (3.6) ist das Verständnis über die Pensionskasse und berufliche Vorsorge deutlich höher. Ein genauerer Blick auf das Einkommen zeigt: In der tiefsten Einkommensklasse (bis CHF 4’000) wissen sogar 29 Prozent nicht, wo ihre 2. Säule geführt wird. Bei Einkommen über CHF 12’000 sind es hingegen nur 4 Prozent. Zudem sind firmeneigene Pensionskassen bei den höchsten Einkommen mit 36 Prozent deutlich stärker vertreten als bei den tiefsten Einkommen (26 Prozent).
- Wohnsituation: Personen im Eigenheim kennen ihre Pensionskasse wesentlich besser (3.7) als Mieterinnen und Mieter (3.1).
Tipp für Pensionskassen-Berater: Nicht Misstrauen ist das Hauptproblem der Branche, sondern ein begrenztes Wissen über die eigene Lösung. Standardisierte Informationen zur Pensionskasse reichen oft nicht aus. Besonders bei jüngeren, einkommensschwächeren und weniger vorsorgeaffinen Gruppen ist eine zielgruppengerechte, verständliche Kommunikation der grösste Hebel.
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– Melanie Wollschläger
Vertrauen in die Pensionskasse ist hoch
Wie bewerten die Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz ihre Pensionskasse? Unsere Pensionskassen-Studie liefert hier ein differenziertes Bild.
- Hohes Vertrauen in die Führung: Das Vertrauen in eine faire und kompetente Führung der Pensionskasse ist mit 56 Prozent (Top-2-Werte 5&6) vergleichsweise hoch – der höchste Wert aller vier Bewertungsdimensionen. Nur 14 Prozent der Befragten lehnen diese Aussage ab (Werte 1 und 2 auf der Skala).
- Verständlichkeit des Vorsorgeausweises: Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) beurteilt den Vorsorgeausweis als verständlich. Allerdings verstehen Männer und Besserverdienende den Ausweis deutlich besser als Frauen und Personen mit tieferem Einkommen. Immerhin 19 Prozent finden den Ausweis unverständlich (Werte 1 und 2).

- Kritische Sicht auf die Verzinsung: Die Verzinsung wird bereits kritischer gesehen (43 Prozent Zustimmung). Hier ist der Anteil der Unentschlossenen (Wert 4) mit 34 Prozent am grössten, was auf eine grosse Unsicherheit bei der Beurteilung der Rendite hindeutet.
- Sorge um den Lebensstandard: Der eigentliche wunde Punkt der 2. Säule ist die Sicherung des Lebensstandards im Alter. Nur 31 Prozent der Befragten unserer Studie glauben, dass sie mit ihrer Pensionskasse und der AHV/IV ihren gewohnten Lebensstil in angemessener Weise fortführen können. Die Zukunftssicherheit der Vorsorgelösung wird also angezweifelt. Dies ist die einzige Aussage, bei der die Ablehnung (Werte 1 und 2) mit 21 Prozent relativ hoch ausfällt und die Zustimmung (Werte 5 und 6) mit 31 Prozent am tiefsten ist.
Die Pensionskassen werden also eher als fair wahrgenommen, denn als Garantie für einen sorgenfreien Ruhestand. Selbst dort, wo die Pensionskasse als kompetent geführt gilt, bleibt die Sorge bestehen, dass die Vorsorgegelder am Ende nicht ausreichen.
Altersvorsorge in der Schweiz auf dem Prüfstand
Die Sorge um den Lebensstandard im Alter ist nicht gleichmässig verteilt. Unsere Pensionskassen-Studie zeigt auch hier grosse soziale Unterschiede.
- Frauen sind deutlich pessimistischer: Nur 26 Prozent der Frauen glauben an die Sicherung ihres Lebensstandards, bei den Männern sind es immerhin 37 Prozent. Das mag u.a. auch daran liegen, dass Frauen in der Schweiz nur halb so hohe Kapitalbeträge aus der Pensionskasse ziehen wie Männer.
- Regionale Unterschiede: Die Romandie (24 Prozent) ist deutlich pessimistischer als die Deutschschweiz (34 Prozent).
- Der Einkommenseffekt: Bei Einkommen unter 4’000 Franken glauben nur 19 Prozent an eine ausreichende Altersvorsorge, bei Einkommen über 12’000 Franken sind es 40 Prozent.
Diese Kluft zwischen Vertrauen in die Pensionskasse und der Sorge um die eigene finanzielle Zukunft ist der zentrale Konflikt, den Berater durch individuelle Vorsorgeanalysen adressieren sollten.
Zur Methodik: Für die Studie wurden von Februar bis April 2026 insgesamt 2’304 Online-Interviews mit Personen aus der in der Schweiz lebenenden Bevölkerung durchgeführt. Die Stichprobe ermöglicht eine differenzierte Analyse nach Altersgruppe, Geschlecht, Region, Bildung, Einkommen und Wohnsituation.
Beitrag veröffentlicht am 22. April 2026
Über Melanie Wollschläger

Melanie Wollschläger ist Senior Partnerin bei ValueQuest. Die studierte Soziologin (Universität Leipzig) begleitet seit 2010 Unternehmen bei Mitarbeiterbefragungen, Kundenfeedbacks und Multi-Client-Studien. Sie ist Leiterin des Bereichs Kunde & Markt und verantwortet grosse Marktstudien.
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