Die ValueQuest-Studie 2025 untersucht, wie Pensionierte in der Schweiz ihr Vorsorgekapital nutzen. Jährlich werden rund 22 Milliarden Franken aus der beruflichen Vorsorge und der Säule 3a ausbezahlt. Über 80 Prozent der Versicherten entscheiden sich für den Kapitalbezug statt für eine lebenslange Rente. Dieses Verhalten prägt das Schweizer Vorsorgesystem und eröffnet ein Milliardenpotenzial für Banken, Versicherungen und Finanzberater in der Schweiz.
Zwischen 2025 und 2035 erreichen mehr als 100’000 Personen das Pensionsalter. Damit steigt das Volumen der freiwerdenden Vorsorgegelder auf ein historisches Niveau. Für Anlageberatung in der Schweiz bedeutet das: steigender Beratungsbedarf, wachsende Geschäftsmöglichkeiten und die Notwendigkeit, Kundinnen und Kunden gezielt zu begleiten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Erkenntnisse vor. Die vollständige Studie ist bei ValueQuest erhältlich und bietet detaillierte Analysen nach Altersgruppen, Geschlecht und Regionen.
Bei Interesse an unserer Studie, kontaktieren Sie unsere Studienleiterin Melanie Wollschläger.
Kapitalbezug dominiert, Vorsorgeplanung fehlt
Mehr als vier von fünf Versicherten entscheiden sich beim Eintritt in die Pension für den Kapitalbezug statt für eine Rente. Jedes Jahr werden so rund 22 Milliarden Franken frei. Viele Pensionierte handeln jedoch ohne klare Anlagestrategie: Laut unserer Vorsorgegelder-Studie hat sich jede fünfte Person hat sich noch gar nicht damit beschäftigt, wie sie ihr Vorsorgekapital einsetzen will.
Für Anlageberater und Finanzberater in der Schweiz bedeutet das: Milliardenbeträge warten auf eine Entscheidung, aber oft ohne professionelle Begleitung. Wer frühzeitig eine strukturierte Vorsorgeberatung in Banken anbietet, gewinnt nicht nur Marktanteile, sondern schafft auch nachhaltige Kundenbeziehungen.
Sichere Anlage wichtiger als Rendite
Die Mehrheit der Pensionierten in der Schweiz investiert konservativ. Im Durchschnitt beziehen sie rund 100’000 Franken aus der Säule 3a und 300’000 bis 400’000 Franken aus der Pensionskasse. Dieses Kapital fliesst vor allem in Sparkonten, Festgeldlösungen und klassische Bankprodukte. Komplexe Vorsorgeversicherungen verlieren an Bedeutung, da sie oft als teuer, unflexibel und wenig transparent wahrgenommen werden.
Luxusausgaben oder Konsum spielen eine untergeordnete Rolle. Das Kapital wird in erster Linie genutzt, um den Alltag abzusichern. Planbare Auszahlungen, Kapitalerhalt und niedrige Gebühren stehen im Vordergrund.
Für Anlageberater und Finanzberater in der Schweiz bedeutet das: Eine Sichere Geldanlage ist für Kundinnen und Kunden das wichtigste Kriterium.

Bild: Die ValueQuest-Studie 2025 zeigt, nach welchen Kriterien Pensionierte in der Schweiz ihr Vorsorgekapital wiederanlegen. Im Ranking liegt die Sicherheit der Anlage klar vorn (gesamt 52 % über die Ränge 1 bis 3). Es folgen geringe Kosten mit 36 % und Flexibilität beim Bezug der Gelder mit 35 %. Ebenfalls wichtig sind ein vertrauenswürdiger Finanzpartner (33 %) sowie einfache, verständliche und transparente Lösungen (31 %). Diese Präferenzen prägen die Finanzberatung Schweiz und die Anlageberatung Schweiz im Kontext des Schweizer Vorsorgesystems.
Beratung schlägt Produkt
Die ValueQuest-Studie zeigt: Treue entsteht nicht durch Produkte, sondern durch die Qualität der Beratung. Ohne Begleitung bleiben nur rund 25 Prozent der Bankkunden ihrem Anbieter treu. Mit regelmässiger Betreuung steigt die Loyalität auf zwei Drittel. Versicherungen schneiden schwächer ab – selbst mit Beratung halten nur rund ein Drittel der Kundinnen und Kunden die Beziehung langfristig aufrecht.
Besonders erfolgreich sind unabhängige Finanzberaterinnen und Finanzberater in der Schweiz, die Säule 3a, Pensionskasse und freie Kapitalanlagen ganzheitlich analysieren. Diese ganzheitliche Finanzberatung erhöht die Zufriedenheit, schafft Vertrauen und stärkt die Kundenbindung.
Für Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter bedeutet das: Entscheidend ist nicht das Produktportfolio, sondern die Beratungsqualität. Wer Kundinnen und Kunden aktiv begleitet, Transparenz schafft und Cross-Selling-Potenziale nutzt, sichert sich langfristig Marktanteile im wachsenden Geschäft mit Vorsorgegeldern.
Die Zahlen sind deutlich:
- Ohne Beratung bleiben lediglich rund 25 % der Bankkund:innen langfristig beim Anbieter.
- Mit regelmässiger Betreuung steigt die Loyalität auf zwei Drittel – ein klarer Beleg für den Wert von aktiver Kundenpflege.
- Versicherungen schneiden im Vergleich schlechter ab: Selbst mit Beratung gelingt es nur etwa einem Drittel, Kund:innen dauerhaft zu halten. Komplexe Produkte, intransparente Renditen und fehlende Kundennähe sind hier die Hauptgründe für Abwanderung.
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Kontaktieren Sie uns, wenn Sie unsere aktuelle Studie beziehen möchten. Verstehen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden und gewinnen Sie abwandernde Vorsorgegelder zurück.
So investieren die Deutschschweiz und die Westschweiz
Die ValueQuest-Studie zeigt klare Unterschiede zwischen der Deutschschweiz und der Romandie. In der Deutschschweiz planen fast die Hälfte der Befragten (46 %) ihre Kapitalbezüge frühzeitig. Steueroptimierung, strategische Auszahlungsmodelle und eine klare Finanzplanung stehen im Vordergrund. Viele informieren sich aktiv über Möglichkeiten der Säule 3a oder vergleichen verschiedene Kapitalanlagen.
In der Westschweiz sieht es anders aus. Nur 19 % der Befragten planen ihre Bezüge im Voraus. Entscheidungen fallen häufiger kurzfristig, Versicherungsprodukte und Konsum spielen eine grössere Rolle. Ein höherer Anteil der Befragten nutzt das Vorsorgekapital vor allem zur Deckung der laufenden Kosten.
Für Banken, Versicherungen und Finanzberater in der Schweiz heisst das: In der Deutschschweiz sind steueroptimierte Vorsorgelösungen und konservative Strategien gefragt. In der Romandie zählen Flexibilität, Liquidität und Alltagssicherung stärker. Wer seine Anlageberatung in der Schweiz regional differenziert ausrichtet, steigert Reichweite und Kundennähe.
📌 Wen wir in unserer Marktstudie befragen
Für unsere Marktstudie haben wir von Februar bis Mai 2025 3’800 Online-Interviews mit Personen durchgeführt, die kurz vor oder nach der Pensionierung stehen, also Personen im Alter von 57 bis 68 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz.
Unsere hochqualitative Datenbasis ermöglicht eine differenzierte Analyse nach Altersgruppe, Geschlecht, Region, Anbieterwahl und Anlageverhalten.
Frauen haben weniger Vorsorgekapital
Die Studie macht deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen sichtbar. Männer beziehen im Schnitt rund 44 Prozent höhere Guthaben aus der Säule 3a und mehr als doppelt so hohe Kapitalbeträge aus der Pensionskasse wie Frauen.
Dieses Ungleichgewicht prägt die Anlagestrategien. Männer zeigen eine höhere Risikobereitschaft, investieren häufiger in Aktien und renditestärkere Fonds und nutzen steuerliche Optimierungen gezielter. Frauen bevorzugen einfache, transparente Produkte, legen Wert auf Sicherheit und planbare Auszahlungen und akzeptieren dafür auch höhere Gebühren.
Die Ursachen liegen weniger in der individuellen Risikoneigung, sondern in den Erwerbsbiografien. Teilzeitarbeit, Care-Aufgaben und geringere Einkommen führen dazu, dass Frauen während des Erwerbslebens weniger in die Vorsorge einzahlen können.
Für Anlageberater und Finanzberater in der Schweiz bedeutet das: Männer erwarten oft renditeorientierte Lösungen, während Frauen stärker nach Vertrauen, Stabilität und Transparenz suchen. Eine differenzierte Beratungsstrategie ist entscheidend, um beide Zielgruppen langfristig zu binden.
Beitrag veröffentlicht am 23. September 2025
Über Dr. Kathrin Neumüller

Dr. oec. HSG Kathrin Neumüller ist Co-Geschäftsführerin bei ValueQuest und Expertin für Mitarbeiterinspiration und Empowerment. Daneben unterrichtet sie im MBA strategisches Management an der ZHAW. Sie promovierte an der Universität St. Gallen (HSG) und studierte an der University of Cambridge. Erfahren Sie mehr über Kathrin
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