Eine Befragung der Mitarbeitenden ist für Unternehmen ein wichtiges Thema, gerade auch jetzt, wo viele Organisationen mit unzufriedenen Mitarbeitenden und einer verschärften Fluktuation zu kämpfen haben.
Immer wieder werden uns Fragen zum Thema Mitarbeitendenbefragungen gestellt. Und auch auf Google wird oft zu diesem Thema recherchiert. Das geniale Tool «Answer Socrates” gibt eine Übersicht über die häufigsten und wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Mitarbeitendenbefragungen. Wir haben einige der wichtigsten Fragen herausgesucht und beantworten diese basierend auf unserer über 20jährigen Erfahrung bei der Befragung von Mitarbeitenden.
Wie wirksam sind Mitarbeitendenbefragungen?
Mitarbeitendenbefragungen sind ein wirksames Instrument, um die Stimmung und die Sorgen der Mitarbeitenden zu verstehen, insbesondere auch in schwierigen Zeiten. Eine Befragung hilft den Unternehmen, Probleme aufzudecken, die sich auf die Produktivität und das Engagement der Mitarbeitenden auswirken. Wird eine Mitarbeitendenbefragung richtig durchgeführt, liefert sie wichtige Daten und Informationen, welche zur Verbesserung der Unternehmenskultur genutzt werden können.
Eine kürzlich durchgeführte Salesforce-Studie hat ergeben, dass Mitarbeitende, die sich bei der Arbeit gehört fühlen, mit einer 4,6-mal höheren Wahrscheinlichkeit die bestmögliche Leistung erbringen.
Wie sieht es mit der Anonymität aus?
Die Anonymität ist entscheidend, um ein ehrliches und differenziertes Stimmungsbild zu erhalten. So haben die Mitarbeitenden den nötigen Freiraum, auch kritische Meinungen zu äussern. Deshalb sollten Mitarbeiterbefragungen nie intern durchgeführt werden, auch wenn die technische Expertise vorhanden wäre. Ein externer Spezialist für Mitarbeitendenbefragungen wie ValueQuest stellt sicher, dass alle Anforderungen an den Datenschutz und die Anonymität bedingungslos eingehalten werden.
Natürlich kann ValueQuest bei einer Online-Befragung nachvollziehen, wer was geantwortet hat. Entscheidend aber ist, dass die Ergebnisberichte die Anonymität der Mitarbeitenden sicherstellen. Daher wird bei einer Mitarbeitendenbefragung im Vorfeld eine Mindestanzahl an Antworten pro Einheit festgelegt, damit überhaupt ein eigener Report für diese Einheit erstellt werden darf. Unsere Erfahrung zeigt, dass so das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Befragung sehr hoch ist.
Sind Mitarbeitendenbefragungen obligatorisch?
Eine Teilnahme an einer Mitarbeitendenbefragung sollte freiwillig sein. Die Durchführung einer Befragung nach der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist möglich, sofern Unternehmen die folgenden Richtlinien beachten:
Freiwilligkeit: Ein Zwang zur Teilnahme an einer Mitarbeitendenbefragung ist nicht vom Gesetz gedeckt. Dies müssen Arbeitgeber:innen ihren Angestellten klar vermitteln.
Anonymität: Es dürfen keine Rückschlüsse auf die Identität der Person möglich sein, die den jeweiligen Fragebogen ausgefüllt hat. Die formale Gestaltung einer Umfrage sollte genauso wie die inhaltliche Gestaltung die Anonymität der Befragten gewährleisten.
Wie lange sollte eine Mitarbeitendenbefragung sein?
Bei dieser Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Grundsätzlich gilt es hier, zwischen einer umfassenden Mitarbeitendenbefragung und einer Pulsbefragung zu unterscheiden.
Aus jahrlanger Erfahrung haben wir folgende Erkenntnisse gewonnen: Bei einer umfassenden Mitarbeitendenbefragung gilt der Grundsatz: So kurz wie möglich, so lang wie notwendig. Es gibt Ansätze für Mitarbeitendenbefragungen, die mit ganz wenig Fragen operieren. Dies reicht aus, um ein Stimmungsbild zum Engagement der Mitarbeitenden zu liefern. Es generiert aber nicht genügend differenzierte Information, um nachher konkrete Massnahmen und Veränderungen zu initiieren.
Ein Frageset von ca. 50 bis 70 einfachen Statements/Fragen bewährt sich in der Regel am besten und erlaubt es, differenzierte Massnahmen zu identifizieren. Wichtig ist, dass die Fragen in einfachen, präzisen Statements formuliert werden, ergänzt von 2-3 offenen Fragen. Eine solche Befragung lässt sich in 15-18 Minuten ausfüllen, was von den Mitarbeitenden gut akzeptiert wird.
Die Befragung sollte auf keinen Fall mehr als 100 Fragen aufweisen. Auch sollte man unbedingt vermeiden, mehrere unterschiedliche „Befragungen“ in eine Mitarbeitendenbefragung zu packen. Frei nach dem Motto: Wenn wir die Mitarbeitenden schon befragen, dann können wir ja gleich auch noch dies und jenes mitbefragen. In einem solchen Fall übertragen die Mitarbeitenden ihr allgemeines Stimmungsbild auf alle Themen und es kommt wenig differenzierte Information zustande.
Wie oft sollen Mitarbeitendenbefragungen durchgeführt werden?
Für eine umfassende Mitarbeitendenbefragung empfehlen wir einen Rhythmus von 2 Jahren. Häufigere Befragungen lassen der Organisation kaum Zeit, die Massnahmen wirklich umzusetzen. Befragt man die Mitarbeitenden seltener, besteht die Gefahr, dass wichtige Veränderungen nicht rechtzeitig erkannt werden. Eine Ausnahme ist dann gegeben, wenn eine Mitarbeitendenbefragung einen sehr hohen Handlungsbedarf aufzeigt. In diesem Fall sollten die Mitarbeitenden spätestens nach einem Jahr wieder befragt werden. So kann man überprüfen, ob eine Trendwende ersichtlich ist.
Pulsbefragungen
In den letzten Jahren werden Mitarbeitendenbefragungen immer häufiger von Pulsbefragungen ergänzt. Dies sind sehr kurze Befragungen, die regelmässig durchgeführt werden (wöchentlich bis quartalsweise). Sie eignen sich gut, um die Entwicklung der Stimmung bei den Mitarbeitenden zu monitoren (Tracking) oder ad hoc kurze und «brennende» Fragen zu stellen.
ValueQuest hat ein modernes Feedback-Tool entwickelt, welches ohne komplizierte Installation auf dem PC, Tablet oder Smartphone eingesetzt werden kann. Sie erfahren in Echtzeit, was gut läuft und wo Sie handeln müssen! Und Sie können den Erfolg ihrer Aktivitäten über die Zeit hinweg verfolgen.
Welche Skala bei Mitarbeitendenbefragungen?
Die Frage nach der richtigen Skala taucht immer wieder auf. Auch hier gilt das Prinzip: So kurze Skalen wie möglich, so lange wie notwendig. Während im angelsächsischen Raum 10er Skalen dominieren, sind diese bei uns eher selten und blähen den Fragebogen nur unnötig auf. Aus unserer Erfahrung bewährt sich die 6er Skala. Sie lehnt sich an das Schulnotensystem an und ist differenziert genug. Wir empfehlen, nur die Enden der Skalen zu beschriften (Lehne völlig ab ó Stimme voll zu) und auf Pseudo-Kategorien wie «stimme eher etwas zu») zu verzichten.
Wichtig ist, dass die Skala eine logische Antwort auf die Fragestellung darstellt. Wenn wir die Mitarbeitenden fragen, wie zufrieden sie mit ihrem Lohn sind, dann muss die Skala von «unzufrieden» bis «sehr zufrieden» gehen. Arbeiten wir mit Statements wie «Ich finde meinen Lohn angemessen», dann muss die Skala von «ablehnen» bis «zustimmen» gehen.
Oft wird behauptet, eine Skala braucht eine ungerade Anzahl an Antworten, um eine neutrale Position zu ermöglichen. Dem können wir nicht zustimmen. Es gilt vielmehr, die Fragen so zu formulieren, dass differenzierte Antworten möglich sind. In unserem Blogbeitrag über Skalen finden Sie ausführlichere Informationen zu diesem Thema.
Wie wertet man am besten aus?
Bei der Auswertung ist entscheidend, dass man nicht nur deskriptive Statistik betreibt (z.B. so viel % der Mitarbeitenden meinen dies…). Es muss ein klares Wirkungsmodell hinterlegt sein, um die Treiber für die Motivation oder Demotivation der Mitarbeitenden zu ermitteln. Dies bedingt den Einsatz von AI und multilinearen statistischen Verfahren. So wird den einzelnen Einheiten ermöglicht, jene Massnahmen zu identifizieren, welche die Motivation der Mitarbeitenden am wirkungsvollsten steigern resp. eine hohe Zufriedenheit und ein hohes Engagement aufrechterhalten. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Blogbeitrag zur Organisations-DNA Analyse.
Eignen sich Mitarbeitendenbefragungen auch für kleine und mittlere Unternehmen?
Gerade in kleineren Unternehmen zeigen Mitarbeitendenbefragungen die grösste Wirkung. In einem KMU hat jeder einzelne Mitarbeitende eine grössere Bedeutung, d.h. der Einzelne zählt mehr als in einer grossen Masse. Es ist deshalb umso wichtiger, die Motivation und Loyalität der Mitarbeitenden zu erhalten bzw. steigern und so Kündigungen zu vermeiden. Auch kann die Gesundheit der Mitarbeitenden so gut im Auge behalten werden. In kleineren bis mittleren Unternehmen ist es oft auch einfacher, Massnahmen direkt und effektiv umzusetzen. Weitere Vorlagen, Fragen und Tipps zu Mitarbeitendenbefragungen finden Sie hier.
Beitrag veröffentlicht am 9. November 2022
Über Barbara Haimoff

Barbara Haimhoff ist Office Managerin bei ValueQuest und sorgt für einen reibungslosen Ablauf im Tagesgeschäft. Sie hat die Wirtschaftsschule KV Baden abgeschlossen und ist ausgebildete Kauffrau EFZ mit langjähriger Berufserfahrung in Administration und Organisation. Erfahren Sie mehr über Barbara
Inspiriert? Dann teilen Sie diesen Beitrag über Ihre bevorzugte Plattform.
Weitere Beiträge, die Sie interessieren könnten ...

Strukturiertes Feedback, das zählt: Zurich im Gespräch zum Broker Panel Schweiz
27. April 2026
Lesezeit: 6 min
Wie wichtig ist strukturiertes Feedback für Versicherer – und wie wird es gezielt genutzt? Tiziana Manfioletti, Business Development Advisor Brokers bei Zurich, erklärt im Interview, wie das Broker Panel Schweiz bei Zurich eingesetzt wird. Sie zeigt, welche Verbesserungen dank der Rückmeldungen entstehen und wie Broker durch ihre Teilnahme die Zusammenarbeit mitgestalten können.

Pensionskassen-Studie Schweiz 2026: Das müssen PK-Berater zur 2. Säule wissen
22. April 2026
Lesezeit: 5 min
Die berufliche Vorsorge, auch 2. Säule oder Pensionskasse genannt, ist ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge in der Schweiz. Doch wie gut kennen die PK-Versicherten ihre eigene Pensionskassenlösung?

Kundenzufriedenheit: Die wichtigsten Fragen und Antworten
16. April 2026
Lesezeit: 4 min
Kundenzufriedenheit ist der Schlüssel zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Sie fördert die Kundenbindung, stärkt die Reputation und ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Doch wie lässt sich die Kundenzufriedenheit messen? Welche Methoden und Tools führen wirklich zum Ziel? Und wie finden Sie den passenden Anbieter in der Schweiz? Dieser Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Kundenzufriedenheitsumfrage und zeigt, wie Sie aus wertvollem Feedback konkrete Massnahmen zur Steigerung Ihrer Kundenzufriedenheit ableiten.

Broker im Versicherungsmarkt – Grösste Versicherungsstudie der Schweiz
30. März 2026
Lesezeit: 8 min
Versicherungsbroker spielen im Schweizer Versicherungsmarkt eine immer wichtigere Rolle. Immer mehr Unternehmen setzen bei komplexen Versicherungsfragen auf unabhängige Beratung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Versicherer und Broker.

Beste Arbeitgeber der Schweiz: Landheim Brüttisellen überzeugt durch Fairness und Verantwortung
19. März 2026
Lesezeit: 3 min
Zu Beginn 2026 führte das Landheim Brüttisellen zum ersten Mal eine externe Mitarbeitendenbefragung mit ValueQuest durch und hat sich sogleich mit einem hervorragenden Resultat für unseren Excellence@work Award qualifiziert.

360 Grad Feedback: Erkenntnisse aus dem Führungsfeedback und Hinweise für die Unternehmenskultur
11. März 2026
Lesezeit: 10 min
360 Grad Feedback stärkt Führung, schafft Klarheit über die eigene Wirkung und fördert eine offene Feedbackkultur. Richtig eingesetzt wird es zum strategischen Instrument für nachhaltige Führungsentwicklung und mehr Leistungsfähigkeit im Unternehmen.

Top-Arbeitgeber: Raiffeisenbank Region Glatt mit besonders motivierten Mitarbeitenden
10. März 2026
Lesezeit: 3 min
Ende 2025 führte die Raiffeisenbank Region Glatt erstmals eine Mitarbeiterbefragung mit ValueQuest durch – und qualifizierte sich auf Anhieb als Top-Arbeitgeberin. Damit erhält die Raiffeisenbank unseren renommierten Arbeitgeberpreis, den Excellence@work Award.

360 Grad Feedback: Die wichtigsten Fragen und Antworten
4. März 2026
Lesezeit: 6 min
Ein 360 Grad Feedback ist das zentrale Feedback-Instrument für eine wirksame Führungskräfteentwicklung. Es liefert entscheidende Einblicke, die weit über traditionelle Mitarbeitergespräche hinausgehen, und bildet die Grundlage für erfolgreiches Coaching.

Versicherungsbroker: Rolle, Nutzen und Zusammenarbeit im Schweizer Markt
2. März 2026
Lesezeit: 9 min
Versicherungsbroker spielen im Schweizer Versicherungsmarkt eine wichtige Rolle. Doch was machen Broker konkret und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Versicherern? Im Interview erklärt Thargye Gangshontsang von der Allianz Suisse die Perspektive eines Versicherers.








