Im immer härteren Kampf um gute und motivierte Mitarbeitende ist es für Firmen wichtig, dass sie sich mit attraktiven Leistungen von der Konkurrenz abheben können. Dabei geht es nicht nur ausschliesslich um den Lohn. Auch weitere Aspekte wie eine reduzierte Arbeitszeit oder mehr Ferien können ins Gewicht fallen.

Wir wollten im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung von 604 Arbeitnehmer:innen wissen, ob sie sich eher mehr Geld oder mehr Zeit wünschen. Und zwar ganz konkret:

  • 3% mehr Lohn oder
  • 1 Woche extra bezahlte Ferien pro Jahr oder
  • 2 Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche (bei vollem Lohn)

Rein monetär betrachtet sind alle drei Optionen etwa gleichwertig.

Wofür entscheiden sich die Mitarbeitenden?

Wünschen sich Angestellte mehr Geld oder Zeit?

Die Grafik zeigt deutlich auf, dass sich etwa gleich viel der befragten Arbeitnehmenden «Mehr Lohn» oder «Mehr Ferien» wünschen. Eine kürzere Wochenarbeitszeit wird von nur knapp einem Viertel der Befragten bevorzugt. Dies unterstreicht die grosse Bedeutung von Ferien bei der  Schweizer Bevölkerung.

In den mittleren Jahren geht es eher ums Geld

Spannend wird es, wenn man die Antworten nach Alter unterteilt.

Verbesserungswünsche nach Alter

Bei den jungen Arbeitnehmenden und Mitarbeitenden ab 50 Jahren dominiert der Wunsch nach mehr Ferien. In der «Aufbauphase» (Familiengründung, Karriere) steht eindeutig der Lohn mehr im Vordergrund, was ja auch durchaus Sinn macht.

Kein klarer Trend nach Einkommensklasse

Beim Einkommen zeigt sich kein klarer Trend. Erst wenn man die Ergebnisse nach Geschlechtern analysiert, zeigen sich deutliche Tendenzen.

  • Eine reduzierte Wochenarbeitszeit ist weder bei Frauen noch Männern sonderlich gefragt. Die Ausnahme bilden Frauen mit einem mittlerem Einkommen von CHF 4’000-8’000.–. Von diesen würden sich  ganze 37% am ehesten für eine reduzierte Wochenarbeitszeit entscheiden.
  • Auffällig ist, dass fast die Hälfte der Frauen mit einem höheren Einkommen von 8’000.—bis 12’000.— eine zusätzliche Ferienwoche bevorzugen. Bei den Männern in dieser Einkommensklasse ist der Wunsch nach mehr Einkommen oder Ferien mit je 39% ausgeglichen.
  • Bei den Frauen mit einem hohen Einkommen von mehr als 12’000.– wünschen sich mehr Befragte (42%) eine zusätzliche Ferienwoche als mehr Lohn (38%). Bei den Männern in dieser Einkommenskategorie ist der Wunsch nach einer zusätzlichen Ferienwoche oder mehr Lohn mit je 38% erneut ausgeglichen. Dafür  würden auffällig mehr der sehr gut verdienenden Männer eine reduzierte Wochenarbeitszeit bevorzugen.
  • Generell kann man festhalten, dass in der Tendenz mehr Männer einen höheren Lohn bevorzugen und ein grösserer Anteil an Frauen eine zusätzliche Ferienwoche. Ausser in der tiefsten Einkommensklasse, wo ein höherer Lohn bei beiden Geschlechtern im Vordergrund steht.
  • Weitere interessante Zusammenhänge bestehen zwischen der Wohnform (Geldbedarf), der Familienzusammensetzung (Zeitbedarf) und auch der Funktion im Unternehmen. So nimmt bei Personen mit Führungsfunktion die Bedeutung von «Mehr Lohn» mit steigendem Gehalt weiter zu. Bei Personen ohne Vorgesetztenfunktion dominiert hingegen mit steigendem Gehalt der Wunsch nach «Mehr Ferien».

Vielfältige Wünsche und Ansprüche

Die Wünsche der Mitarbeitenden sind vielfältig und von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Es hat sich jedoch klar herauskristallisiert, dass eine zusätzliche Ferienwoche einen sehr hohen Stellenwert hat, insbesondere bei jungen Mitarbeitenden. Flexible – zeitliche und örtliche – Arbeitsmodelle gewinnen damit weiter an Bedeutung.

Für Führungskräfte ist es deshalb sehr wichtig, in einem ständigen Dialog mit jedem einzelnen Mitarbeitenden zu stehen. ValueQuest bietet mit seiner Pulsbefragung ein hervorragendes Instrument, um diesen Dialog zu institutionalisieren und transparente Ergebnisse zu erhalten. Mit unserer Pulsbefragung kann die Meinung der Mitarbeitenden rasch und unkompliziert erhoben werden. Man erhält z.B. ein Stimmungsbild über die gesamte Organisation oder auch spezifische Aussagen auf Ebene der einzelnen Teams. So bleibt die Organisation am Puls der Mitarbeitenden und hat stets im Blick, was für diese wirklich zählt.

Beitrag veröffentlicht am 25. Juli 2022

Über Heidi Blanken
Heidi Blanken ist Expertin und Beraterin mit Fokus auf psychologische Methodik, Wirtschaft und Arbeitsrecht. Sie studierte an der Universität Zürich und bringt fundiertes Wissen in ihre Beratungstätigkeit ein.

Heidi Blanken ist Expertin und Advisor bei ValueQuest mit Fokus auf Evaluation und methodische Beratung. Sie hat Psychologie mit Schwerpunkt Methodenlehre sowie Wirtschaft und Arbeitsrecht an der Universität Zürich studiert und als lic. phil. I abgeschlossen.

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