In unserem letzten Blogbeitrag haben wir bereits auf folgende wichtige Aspekte hingewiesen, die bei der Erarbeitung von einem Fragebogen für Mitarbeiterbefragungen berücksichtigt werden müssen:
- Dem Fragebogen für Mitarbeiterbefragungen muss ein klares Wirkungs-Modell zu Grunde liegen, welches die Wurzeln in der Forschung hat (Commitment-/Motivationsforschung)
- Vor allem bei einer ersten Befragung sollte man beim Fragebogen mehr in die Breite gehen und auf Vollständigkeit achten
– Ein guter Fragebogen beinhaltet 50-100 skalierte, einfache Fragen
– Die Ausfüllzeit darf ca. 15-20 Minuten betragen - Mit dem ProMotion© Check von ValueQuest kann man testen, wie vollständig und ausgewogen der Fragebogen ist
Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer wichtiger Regeln für das Erstellen von einem Fragebogen für Mitarbeiterbefragungen zu beachten:
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Auf das Unternehmen abgestimmter Fragebogen
Ein massgeschneiderter Fragebogen für Mitarbeiterbefragungen deckt die Besonderheiten der jeweiligen Organisation ab. Mitarbeitende schätzen es, wenn der Fragebogen die Spezifika des Unternehmens abbildet und nicht einfach als Standard-Fragebogen daherkommt. Das wirkt motivierend und steigert das Engagement, was sich wiederum auf die Qualität der Antworten auswirkt.
Eine einfache Sprache
Die Sprache sollte einfach gehalten und unabhängig vom Bildungsgrad gut verstanden werden:
- Kurze und prägnante Aussagen in der aktiven Form
- Projektive Fragen stellen (siehe auch im Abschnitt «Persönliche Fragen stellen»)
- Keine Negativformulierungen
- Keine Schachtelsätze
- Keine Klammern
- Kein Fach-Jargon (unnötige Fachbegriffe)
Je kürzer die Verarbeitungszeit für eine Aussage ist, desto besser sind die Antworten. Kurze Aussagen werden richtig gelesen und nicht nur überflogen.
Inhalt der Fragen
Eine sinnvolle Fragestellung
- Die Fragen sollten sich auf Dinge beziehen, die der/die (typische) Mitarbeiter/in im Arbeitsalltag beobachten und konkret beurteilen kann
- Die Fragen dürfen nicht überladen sein (Negativ-Beispiel: Mein Vorgesetzter vereinbart regelmässig Ziele mit mir und kontrolliert diese)
- «Umgekehrte Fragen» d.h. Fragen, bei denen eine Ablehnung das positive Ergebnis darstellt, sollten vermieden werden. Diese bereiten sowohl bei der Auswertung als auch Interpretation der Ergebnisse Schwierigkeiten
Persönliche Fragen stellen
- Fragen stellen, die den/die Mitarbeiter/in persönlich betreffen
- Angaben zu den Empfindungen / Gefühlen
- Aussagen, denen man zustimmen oder die man ablehnen kann
- Bei sozialen Wünschbarkeiten (Negativ-Beispiel: Ich bin bereit für Veränderungen und Neuerungen) wird niemand mit nein antworten. Deshalb besser projektive Fragen stellen: Bei uns in der Abteilung sind die Mitarbeitenden offen für Veränderungen und Neuerungen
Den Zeitrahmen beachten
Die Fragen müssen sich auf einen konkreten Zeitraum beziehen.
Offene Fragen in den Fragebogen einbauen
Offene Fragen sind eine gute Ergänzung und bieten ein Ventil. Sie sollten jedoch gezielt eingesetzt werden. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Antwortbereitschaft nach 3 offenen Fragen stark abnimmt und man nur noch einsilbig antwortet.
Die richtige Skala für den Fragebogen
Welche Skala ist bei einem Fragebogen für Mitarbeiterbefragungen sinnvoll?
In unserem Kulturkreis hat sich die 6er Skala bewährt. Es ist dabei wichtig, dass positiv immer auf derselben Seite (links / rechts) ist. In der Schweiz z.B. ist positiv immer rechts, in Deutschland immer links.
Die Überschriften der Skala müssen mit der Frage übereinstimmen. Das heisst, Skalen müssen die Antwort auf die Frage sein. Es reicht, die Skalenenden zu beschriften (und keine textlichen Pseudo-Abstufungen (z.B «eher etwas unzufrieden»). Man muss dazu wissen, dass Mitarbeitende Skalen nicht linear verwenden. Wir sind alle von unserem Schulsystem (und der Schweizer Höflichkeit) geprägt. Eine 4 auf der 6er-Skala ist gerade noch so akzeptabel, alles darunter ist ungenügend.
Gleichbleibende Skalen innerhalb des Fragebogens
Skalen sollten innerhalb des Fragebogens nicht gewechselt werden. Was nach Abwechslung aussieht, verwirrt und erschwert sowohl die Beantwortung als auch die Interpretation. Sinnvoll sind 1 oder 2 Fragen am Schluss mit einer anderen Skala.
Einfaches Handling
Wichtig ist eine gute Benutzeroberfläche sowohl am PC als auch auf dem Smartphone. Die Frageblöcke dürfen nicht überlang sein, kleinere Blöcke wirken übersichtlicher. Auf keinen Fall die Fortschrittsanzeige vergessen, damit die Befragten sich orientieren können.
Beitrag veröffentlicht am 1. Dezember 2021
Über Heidi Blanken

Heidi Blanken ist Expertin und Advisor bei ValueQuest mit Fokus auf Evaluation und methodische Beratung. Sie hat Psychologie mit Schwerpunkt Methodenlehre sowie Wirtschaft und Arbeitsrecht an der Universität Zürich studiert und als lic. phil. I abgeschlossen.
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