Warum die Likert-Skala so wichtig ist

Die Likert-Skala ist eines der meistgenutzten Messinstrumente in der empirischen Forschung. Sie erlaubt es, subjektive Einschätzungen zu quantifizieren – etwa wie stark jemand einer Aussage zustimmt oder widerspricht.

Gerade in der Mitarbeiterbefragung oder im 360°-Feedback ist das entscheidend: Nur wenn Antworten strukturiert und vergleichbar erhoben werden, können daraus klare Handlungsempfehlungen entstehen.

Wie eine Likert-Skala funktioniert

Eine klassische Likert-Skala besteht aus einer Reihe von Antwortoptionen – meist fünf oder sieben Stufen – die von einer negativen zu einer positiven Haltung führen.

Ein Beispiel:

„Ich fühle mich von meiner Führungskraft ausreichend unterstützt.“

1 – Stimme überhaupt nicht zu
2 – Stimme eher nicht zu
3 – Weder noch
4 – Stimme eher zu
5 – Stimme voll und ganz zu

So entsteht eine einfache, intuitive Skala, die sowohl für Befragte als auch für Analyst:innen verständlich ist.

Beispiel einer 5-stufigen Likert-Skala zur Zustimmungsmessung – von „stimme überhaupt nicht zu“ bis „stimme voll und ganz zu“.
Likert-Skala

Beispiel einer 5-stufigen Likert-Skala zur Zustimmungsmessung – von „stimme überhaupt nicht zu“ bis „stimme voll und ganz zu“.

Die optimale Skalierung: 5 oder 7 Punkte? Oder doch 10 Punkte?

In der Praxis werden meist 5-stufige oder 7-stufige Skalen verwendet.

  • 5-Punkte-Skalen sind übersichtlich und fördern eine hohe Rücklaufquote.

  • 7-Punkte-Skalen ermöglichen feinere Abstufungen und eignen sich besonders bei erfahrenen Befragten oder in wissenschaftlichen Kontexten.

Welche Variante besser ist, hängt vom Ziel und der Zielgruppe ab – ValueQuest unterstützt Sie dabei, das passende Modell zu wählen. Die Begrenzung auf 5 oder 7 Punkte hat dabei statistische und psychologische Gründe:

Die Likert-Skala soll zwei Dinge leisten:

  1. Subjektive Meinungen differenzieren,

  2. gleichzeitig einfach und intuitiv bleiben.

    • Wenn sie zu kurz ist (z. B. 3 Punkte), gehen feine Nuancen verloren.
    • Wenn sie zu lang ist (z. B. 9 oder 10 Punkte), überfordert das viele Befragte – sie wissen oft nicht, ob 8 oder 9 wirklich einen Unterschied macht.

5- und 7-stufige Skalen gelten deshalb als optimaler Kompromiss zwischen:

  • kognitiver Einfachheit (Antworten bleiben klar unterscheidbar)

  • Messgenauigkeit (ausreichend Varianz für statistische Auswertungen)

Bei ungeraden Skalen (z. B. 5 oder 7 Punkte) gibt es immer einen neutralen Mittelwert, also eine „Weder noch“-Option. Sie erlaubt den Befragten, eine neutrale oder unentschiedene Haltung auszudrücken. Bei geraden Skalen (z. B. 4 oder 6 Punkte) wird diese Mitte bewusst entfernt, um die Teilnehmenden zu einer klaren Tendenz zu zwingen – Zustimmung oder Ablehnung.

Warum gibt es trotzdem 10er-Skalen?
10-stufige Skalen werden manchmal bei numerischen Bewertungen (z. B. NPS, Zufriedenheit) eingesetzt, sind aber nicht Likert-Skalen im engeren Sinn, weil sie meist keine semantisch beschrifteten Stufen (wie „stimme zu / stimme nicht zu“) haben. Sie messen also eher Intensität als Zustimmung. Zudem verlieren 10er-Skalen an Reliabilität, weil Menschen unterschiedlich interpretieren, was z. B. eine „8“ bedeutet.

Likert-Skalen im Einsatz bei ValueQuest

Unsere Lösungen basieren auf sorgfältig kalibrierten Skalen, die eine hohe Validität und Vergleichbarkeit gewährleisten.

  • Mitarbeiterbefragungen: Erfassen Sie Stimmungsbilder, Zufriedenheit und Vertrauen – fundiert und nachvollziehbar.

  • 360°-Feedbacks: Nutzen Sie standardisierte Likert-Skalen, um Führungskompetenzen aus verschiedenen Perspektiven messbar zu machen.

  • Public Voice: Messen Sie die Wahrnehmung Ihrer Organisation in der Öffentlichkeit – von Zustimmung bis Ablehnung.

Vorteile der Likert-Skala

  • Einfach verständlich: Befragte können intuitiv antworten.

  • Hohe Vergleichbarkeit: Ergebnisse lassen sich leicht über Gruppen und Zeiträume hinweg analysieren.

  • Statistische Auswertbarkeit: Durchschnittswerte, Standardabweichungen und Trends können präzise berechnet werden.

  • Flexibilität: Die Skala eignet sich für nahezu jedes Thema – von Zufriedenheit bis zu Einstellungen oder Werten.

Best Practices

  1. Vermeiden Sie doppelte Verneinungen: Klare, positive Formulierungen führen zu zuverlässigeren Ergebnissen.

  2. Nutzen Sie konsistente Antwortformate: Eine einheitliche Skala erhöht die Vergleichbarkeit.

  3. Kombinieren Sie mit offenen Fragen: Ergänzende qualitative Rückmeldungen liefern wertvolle Kontextinformationen.

  4. Visualisieren Sie Trends: Veränderungen über die Zeit sind oft aussagekräftiger als Einzelwerte.

Fazit

Die Likert-Skala ist ein unscheinbares, aber mächtiges Instrument: Sie übersetzt Meinungen und Gefühle in Zahlen – und macht damit Fortschritt messbar.
Mit den Befragungslösungen von ValueQuest nutzen Sie die Likert-Skala gezielt, um Erkenntnisse zu gewinnen, Entscheidungen zu stützen und die Wirksamkeit Ihrer Massnahmen nachweisbar zu machen.

Beitrag veröffentlicht am 12. November 2025

Über Thomas Bigliel

Thomas Bigliel ist Experte für Digital Marketing und Kommunikation. Er ist zudem Gastdozent an der ZHAW für strategisches Marketingmanagement und Fachautor (u. a. bei Springer Gabler und Marketing Review St. Gallen). Er ist Wirtschaftsinformatiker mit Vertiefung in Human-Computer Interaction. Für seine Arbeit wurde er mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

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