Die neue ValueQuest-Studie zeigt : Vorsicht dominiert. Herr und Frau Schweizer bleiben zurückhaltend, wenn es um Anlagen geht. Sie bevorzugen konservative Anlagestrategien und setzen auf eine sichere Geldanlage in der Schweiz. Das Vermögen wird lieber planbar und risikoarm angelegt. Rendite spielt eine Nebenrolle.
Überraschend: Nur 37 Prozent würden ihre Vorsorge im Rückblick gleich gestalten oder denselben Anbieter nochmals wählen. Für Anbieter von Geldanlagen in der Schweiz ist das ein klares Warnsignal.
Noch kritischer: Jede:r Fünfte, der kurz vor der Pensionierung steht oder bereits pensioniert ist, hat sich noch gar nicht informiert, wie das Vorsorgekapital eingesetzt werden soll. Milliarden stehen also bereit. Doch ohne klare Strategie bleibt offen, wie man dieses Geld gut und sicher in der Schweiz anlegen kann.
Bei Interesse an unserer Studie kontaktieren Sie unsere Studienleiterin Melanie Wollschläger.
Inhaltsverzeichnis
Kapitalbezügen in der Schweiz: Flexibilität statt Rente
Immer mehr Pensionierte entscheiden sich gegen eine fixe Rente und für die Kapitalauszahlung. Allein 2022 wurden laut Bundesamt für Statistik 13 Milliarden Franken als Kapital oder Teilkapital ausbezahlt – ein Anstieg von über 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die kommenden Jahre ist der Trend noch klarer: Zwischen 2025 und 2035 werden jedes Jahr mehr als 100’000 Menschen in die Pension gehen. Mit den Babyboomern erreicht das Volumen an Kapitalbezügen ein historisches Ausmass.
Auf den ersten Blick klingt das nach Freiheit und Selbstbestimmung. Kapitalbezug bedeutet schliesslich, dass man flexibel über das eigene Geld verfügen kann. Doch die neue ValueQuest-Studie zeigt die Kehrseite: Viele sind unvorbereitet, haben weder eine klare Anlagestrategie noch ein Konzept, wie sie das Geld einsetzen wollen. Für Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter ist dieser Boom zwar eine Chance, aber auch ein Risiko. Wer hier nicht aktiv berät, verliert Kundinnen und Kunden. So unsere Studienergebnisse.
Besonders heikel ist der Umgang mit der dritten Säule. Viele überlegen, wann und wie sie die 3. Säule in der Schweiz auszahlen oder die dritte Säule auflösen sollen. Ein falscher Zeitpunkt kann jedoch teuer werden, sei es durch höhere Steuern oder durch unnötige Verluste bei der Geldanlage. Wer seine Säule 3a vorzeitig auflöst, zahlt wahrscheinlich drauf.
Banken und Versicherungen haben nun eine grosse Marktchance. Sie können ihre Kundinnen und Kunden dahingehend beraten, dass das Vorsorgegeld nicht einfach auf Sparkonten liegen bleibt, sondern sinnvoll investiert wird.
Kontaktieren Sie uns, wenn Sie unsere aktuelle Studie beziehen möchten. Verstehen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden und gewinnen Sie abwandernde Vorsorgegelder zurück.
Sichere Anlage schlägt Rendite: Die Schweizer investieren vorsichtig
Die ValueQuest-Studie macht deutlich: Die Schweizerinnen und Schweizer sind bei der Geldanlage konservativ. Der typische Pensionierte bezieht rund 100’000 Franken aus der Säule 3a und zwischen 300’000 und 400’000 Franken aus der Pensionskasse. Das Geld landet oftmals in konservativen Anlagestrategien.
Luxusreisen, neue Autos oder grössere Anschaffungen spielen dabei kaum eine Rolle. Nach der Pensionierung nutzen die Bürger ihr Kapital in erster Linie, um den Alltag zu sichern. Planbare Auszahlungen, Kapitalerhalt und tiefe Kosten stehen klar im Vordergrund. Hohe Rendite? Das interessiert nur eine Minderheit. Ein Milliardenmarkt an Geldanlagen in der Schweiz wird mit angezogener Handbremse bewegt. Beliebt sind vor allem einfache Bankprodukte, Sparkonten oder Festgeldlösungen. Produkte wie die klassische Säule 3a Versicherung verlieren dagegen an Bedeutung.
Die Problematik ist: Wer ausschliesslich auf sicheres Geld anlegen in der Schweiz setzt, läuft Gefahr, dass die Altersvorsorge vom wachsenden Inflationsdruck aufgefressen wird. Die vermeintliche Sicherheit kann so schnell zum Risiko werden. Mit anderen Worten: Die Schweiz spart sich arm.
Wen wir in unserer Marktstudie befragen
Für unsere Marktstudie haben wir von Februar bis Mai 2025 3’800 Online-Interviews mit Personen durchgeführt, die kurz vor oder nach der Pensionierung stehen, also Personen im Alter von 57 bis 68 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz.
Unsere hochqualitative Datenbasis ermöglicht eine differenzierte Analyse nach Altersgruppe, Geschlecht, Region, Anbieterwahl und Anlageverhalten.
Geschlechterunterschiede bei der Vorsorge: Männer haben mehr Kapital für den Ruhestand
Die ValueQuest-Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Schweiz. Männer gehen mit deutlich mehr Kapital in die Pension. Bei der Auszahlung der Säule 3a erhalten Männer im Schnitt 44 % höhere Beträge. Bei der Pensionskasse sind die Kapitalbezüge sogar doppelt so hoch (118%).
Mit diesem grösseren Polster gehen Männer mehr Risiko ein. Sie investieren häufiger in Aktien. Sie nutzen steuerliche Optimierungen gezielt, um ihre Bezüge zu maximieren. Frauen zeigen sich vorsichtiger. Sie bevorzugen einfache Produkte und legen Wert auf planbare Auszahlungen. Frauen sind zudem eher bereit, für Transparenz und Sicherheit zu zahlen. Sie setzen stärker auf eine sichere Geldanlage in der Schweiz und verzichten dafür auf mögliche Renditechancen.
Die Unterschiede sind kein Zufall. Sie spiegeln jahrzehntelange Einkommensunterschiede und Erwerbsbiografien. Wer weniger verdient, spart auch weniger in der Säule 3a und hat beim Bezug der Vorsorge weniger Spielraum für moderne Anlagestrategien.
Geldanlage im Alter: Deutschschweiz plant, Westschweiz konsumiert
Die ValueQuest-Studie zeigt auch regionale Unterschiede. In der Deutschschweiz planen und optimieren 46 % ihre Kapitalbezüge frühzeitig. In der Westschweiz sind es nur 19 %.
Deutschschweizer nutzen steuerliche Vorteile gezielter. Sie informieren sich stärker über die Auszahlung der 3. Säule in der Schweiz (Säule 3a) und über Möglichkeiten, ihr Vermögen anzulegen. In der Westschweiz stehen dagegen Versicherungen und Konsum im Vordergrund.
32 % der Westschweizer geben an, das Kapital vor allem für den Lebensunterhalt zu brauchen. In der Deutschschweiz ist dieser Anteil deutlich tiefer. Das zeigt: Während Deutschschweizer stärker auf konservative Anlagestrategien setzen, wird in der Romandie weniger langfristig geplant.

Anlage bei der Bank oder der Versicherung?
Die Studie macht klar: Nicht das Produkt allein überzeugt, sondern die Beratung. Wer seine Säule 3a in der Schweiz auszahlen lässt oder Kapital aus der Pensionskasse bezieht, trifft bessere Entscheidungen, wenn er aktiv begleitet wird. Bei Banken zeigt sich das deutlich. Ohne Beratung bleibt nur jeder Vierte beim Anbieter. Mit regelmässiger Betreuung sind es zwei Drittel. Treue entsteht also nicht durch das Produkt, sondern durch Nähe und Vertrauen.
Versicherungen schneiden schlechter ab. Komplexe Produkte, intransparente Erträge und fehlende Nähe führen zu tiefer Loyalität. Selbst mit Beratung schaffen es nur rund ein Drittel der Kunden, beim Anbieter zu bleiben. Viele wenden sich ab – ein Warnsignal für die Branche.
Unabhängige Berater erzielen die höchsten Zufriedenheitswerte. Besonders dann, wenn sie das Gesamtbild über alle Säulen hinweg betrachten. Sie helfen, Kapital clever zu nutzen, sei es beim Auszahlungsantrag Vorsorgekonto 3a oder bei der Wahl zwischen konservativen Anlagestrategien und modernen Anlageformen.
Fazit: Wer sein Geld sicher in der Schweiz anlegen will, braucht eine gute Beratung, nicht ein komplexes Anlageprodukt.
Zu beachten
Trotz sorgfältiger Datenerhebung und -auswertung können regionale, demografische und zeitliche Schwankungen nicht ausgeschlossen werden. Alle Aussagen und Interpretationen beziehen sich auf die zum Erhebungszeitpunkt verfügbaren Daten.
Die Studie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient ausschliesslich Informations- und Analysezwecken.
Tipps & Tricks: So nutzen Sie Ihr Vorsorgekapital richtig
Viele unterschätzen, wie komplex die Planung von Vorsorgegeldern ist. Mit ein paar klaren Regeln lassen sich aber Steuern sparen, Risiken reduzieren und Chancen nutzen. Die folgenden Tipps helfen, Ihre Geldanlage in der Schweiz langfristig klug zu gestalten.
- Auszahlung der Säule 3a clever planen
Wer mehrere Säule 3a Konten besitzt, sollte die Auszahlungen über mehrere Jahre staffeln. So sinkt die Steuerlast deutlich. Wichtig: rechtzeitig beginnen, da pro Jahr nur ein Konto aufgelöst werden kann. Eine unüberlegte 3. Säule Schweiz Auszahlung in einem Schritt führt oft zu unnötig hohen Abzügen.
- Säule 3a nicht zu früh auflösen
Eine Säule 3a vorzeitig auflösen lohnt sich nur in Ausnahmefällen – etwa beim Kauf von selbstbewohntem Wohneigentum, bei einer Auswanderung oder bei Invalidität. In allen anderen Fällen zahlen Sie drauf. Besser: Das Vorsorgekapital so lange wie möglich steuerbegünstigt stehen lassen.
- Banklösung versus Versicherung prüfen
Viele entscheiden sich für eine Säule 3a Versicherung, weil sie Sicherheit verspricht. In der Praxis sind diese Produkte jedoch oft teuer, unflexibel und wenig transparent. Eine Banklösung kombiniert mit konservativen Anlagestrategien oder gezielten Fondsanlagen ist häufig effizienter. Vergleichen Sie die Angebote von Versicherungen und Banken, bevor Sie eine Entscheidung fällen.
- Kapital aus der Pensionskasse richtig nutzen
Wer sich die Pensionskasse auszahlen lassen möchte, sollte eine klare Strategie haben. Eine sofortige Konsumverwendung kann verlockend sein, doch sinnvoller ist es, das Geld in eine Mischung aus sicherer Geldanlage in der Schweiz und modernen Anlagestrategien zu investieren. So lassen sich Risiken und Renditen besser ausbalancieren.
- Rendite nicht vergessen
Eine reine konservative Geldanlage in der Schweiz schützt zwar kurzfristig, verliert aber langfristig durch Inflation an Wert. Wer sein Vermögen erhalten will, sollte zumindest einen Teil in renditestärkere Anlagen investieren. Eine breite Diversifikation zwischen Sparkonten, Obligationen, Aktienfonds und Immobilienfonds schafft Sicherheit und Chancen zugleich.
- Steueroptimierungen ausschöpfen
Viele unterschätzen die Möglichkeiten des Steuerabzugs in der Säule 3a. Wer konsequent einzahlt, reduziert jedes Jahr das steuerbare Einkommen. Gleichzeitig entsteht ein grösseres Polster für die Pension. Noch immer lassen viele diese Chance ungenutzt – ein Fehler, der über Jahre tausende Franken kosten kann.
- Unabhängige Beratung suchen
Die ValueQuest-Studie zeigt: Beratung macht den Unterschied. Ob Auszahlungsantrag Vorsorgekonto 3a, Pensionskasse auszahlen lassen oder Auswahl einer sicheren Geldanlage in der Schweiz – wer unabhängige Beratung nutzt, trifft bessere Entscheidungen. Banken und Versicherungen bieten selten eine ganzheitliche Sicht. Unabhängige Beraterinnen und Beratern berücksichtigen dagegen alle Säulen der Vorsorge und erhöhen damit Zufriedenheit und Sicherheit.
Beitrag veröffentlicht am 16. September 2025
Über Dr. Kathrin Neumüller

Dr. oec. HSG Kathrin Neumüller ist Co-Geschäftsführerin bei ValueQuest und Expertin für Mitarbeiterinspiration und Empowerment. Daneben unterrichtet sie im MBA strategisches Management an der ZHAW. Sie promovierte an der Universität St. Gallen (HSG) und studierte an der University of Cambridge. Erfahren Sie mehr über Kathrin
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