Die „Generation Y“ oder „Millennials“, wie sie auch genannt werden, erobern die Arbeitswelt. Ob in schnell wachsenden Start-Ups oder in konventionellen Unternehmen – ihre Fähigkeiten sind gefragt! Die Vertreter dieser Generation sind mit den neusten Technologien und globalen Kommunikationsmöglichkeiten aufgewachsen und dies beeinflusst ihre Erwartungen, Arbeitsweisen und Werteinstellungen wesentlich. Während ihre Kompetenzen und Sichtweisen befruchtend wirken sollen, schaffen sie aber erst einmal auch Spannungen im Arbeitsumfeld.
Spannungsfelder am Multigenerationen-Arbeitsplatz
Aus Sicht der Marktforschung wissen wir: Menschen mit ihren Grundwerten und die Strukturen, in denen sie und arbeiten, beeinflussen sich immer gegenseitig. Die neuen Technologien verändern die bestehenden Geschäfts- und Organisationsmodelle und stellen bis anhin geltende Sichtweisen und Strukturen in Frage. Diese Abstimmung bei einem Multigenerationen-Arbeitsplatz verläuft nicht immer harmonisch.
Flache Hierarchien erwünscht
Die Orientierung der Millennials ist stärker horizontal – d.h. auf ihre Kollegen – ausgerichtet. Die älteren Mitarbeitenden (inklusive Chef/innen) können aus ihrer Sicht in Bezug auf neue Technologien und Geschäftsmodelle wenig Orientierung geben. Sie wünschen sich flache Hierarchien, Befehle von oben werden manchmal ignoriert.
Selbstüberschätzung am Arbeitsplatz
Wir sehen in unseren Mitarbeiterumfragen auch oft das Phänomen der Selbstüberschätzung. Insbesondere bei jungen Führungskräften gehen Fremd- und Eigenbild zunehmend auseinander. Wenn die unterschiedlichen Perspektiven das Unternehmen stärken und nicht zu unerwünschten Risiken führen sollen, gilt es dies zu thematisieren und zu steuern.
Die Vertreter der Generation Y sind häufig sehr behütet aufgewachsen und haben viel Aufmerksamkeit von ihren Eltern und Grosseltern erhalten. Dadurch entwickelte sich das Gefühl, einzigartig zu sein.
Ausserdem sind sie die erste Generation, die sich über soziale Medien ständig mit Gleichaltrigen vergleicht. In den sozialen Medien geht es vor allem um positive Selbstdarstellung. Dies verstärkt die Gewissheit, dass man besonders ist und deshalb Besonderes vom Leben erwarten darf. Diese Haltung überträgt sich auch auf das Berufsleben. Viele Millennials sind überzeugt, eine erfüllende und erfolgreiche Karriere verdient zu haben. Werden sie dann im Berufsalltag mit der Realität konfrontiert, kann dies zu Problemen führen.
Paul Harvey, Professor an der New Hampshire Universität, fasst es so zusammen: „Die Generation Y hat ein überhöhtes Selbstbild, unrealistische Erwartungen und eine starke Ablehnung, negatives Feedback zu akzeptieren. Dies wird zu einer Quelle der Frustration im Arbeitsleben, da sich ihr Anspruchsdenken nicht erfüllt.“
Für die selbst wahrgenommene überdurchschnittliche Leistung werden schnelle Beförderungen und Gehaltserhöhungen erwartet. Trifft dies nicht ein, geht es schnell in die Demotivationsspirale bis hin zur Kündigung.
Dieses Anspruchsdenken führt zwangsläufig zu Enttäuschungen bei den Betroffenen und ist deshalb eine grosse Herausforderung für Führungskräfte und Teammitglieder. Die fehlende Lernbereitschaft belastet die Beziehungen, die Folge davon sind Konflikte, höhere Fluktuationsraten und Produktivitätseinbussen.
Professionelle Feedbackinstrumente
Mit professionellen Feedbackinstrumenten wie Mitarbeiterbefragungen und/oder 360 Grad Führungsfeedback können diese Themen effizient angegangen werden. Vor allem die Vorgesetztenbeurteilung hält Führungskräften einen ehrlichen Spiegel vor. Stärken und Entwicklungspotenziale können besser erkannt werden, was die Führungsqualität erheblich steigert. Die schriftlichen Ergebnisse ersetzen den persönlichen Austausch jedoch nicht. Ganz im Gegenteil! Sie tragen dazu bei, eine offene Feedback-Kultur innerhalb der Organisation zu etablieren. Denn ein Führungsfeedback ist auch immer ein Dialoginstrument.
ValueQuest legt grossen Wert darauf, dass die Mitarbeiterumfragen und Führungsfeedbacks durch entsprechende Umsetzungsinstrumente und -massnahmen flankiert werden. Mehr zu unserem Angebot lesen Sie auf www.valuequest.ch.
Wenn Sie das Thema der Selbstüberschätzung interessiert, sollten Sie auch unseren spannenden Blogbeitrag “Mit 360 Grad Führungsfeedback Fähigkeiten einschätzen“ lesen.
Beitrag veröffentlicht am 16. Dezember 2021
Über Heidi Blanken

Heidi Blanken ist Expertin und Advisor bei ValueQuest mit Fokus auf Evaluation und methodische Beratung. Sie hat Psychologie mit Schwerpunkt Methodenlehre sowie Wirtschaft und Arbeitsrecht an der Universität Zürich studiert und als lic. phil. I abgeschlossen.
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