Die Diskussion um die 4-Tage-Woche gewinnt in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Während international bereits zahlreiche Pilotprojekte durchgeführt wurden, gehört die Raiffeisenbank Luzerner Landschaft Nordwest zu den ersten Banken hierzulande, die dieses Modell systematisch erproben. Ziel ist es, neue Antworten auf den Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an die Work-Life-Balance sowie den Wunsch nach gesunden und motivierten Mitarbeitenden zu finden.

Warum überhaupt eine 4-Tage-Woche?

Kathrin Neumüller: Herr Arnet, warum haben Sie sich entschieden, die 4-Tage-Woche als Pilotprojekt einzuführen?

Hans Arnet: Das Ganze hat eine Vorgeschichte. An einer Weiterbildung für Bankleiter hatten wir das Thema «Arbeitswelten 4.0»: Wie ist die Arbeitswelt von morgen zu gestalten? Das Besondere war, dass jeder Vorgesetzte zwei Mitarbeitende mitnehmen konnte. So entstand ein grosser Workshop, ähnlich wie ein World-Café: Wir sammelten Erwartungen und Bedürfnisse der Arbeitnehmenden und prüften, was überhaupt möglich wäre.

Das war 2022 in Thun, kurz nach dem Corona-Lockdown. Homeoffice war für die meisten bereits Realität. Ich musste damals drei Stichworte notieren, die mir besonders wichtig erschienen: flexible Arbeitszeiten, Jahresarbeitszeit – und die 4-Tage-Woche.

Der Bewerbermarkt und Personalmangel zwingt zum Umdenken

Kathrin Neumüller: Also war die Idee schon damals präsent?

Hans Arnet: Genau. Und sie hat mich nicht mehr losgelassen. Wir hatten nämlich schon länger ein Problem: Auf Stellenausschreibungen kamen kaum Bewerbungen. Teilweise mussten wir sechs Monate warten, bis wir überhaupt jemanden einstellen konnten. Einen Firmenkundenberater haben wir bis heute nicht gefunden. Wir mussten intern improvisieren.

Kathrin Neumüller: Wann hat sich das konkretisiert?

Hans Arnet: Ein Kollege aus dem Appenzeller Hinterland, hat als Erster den Versuch einer 4-Tage-Woche gewagt, zusammen mit der Raiffeisenbank Surselva. Ein Jahr später präsentierten sie ihre Auswertung nach einem sechs-monatigen Piloten. Diese Resultate haben mich überzeugt.

Kurz darauf haben wir in einem Bankleitungs-Workshop entschieden, dass wir die 4-Tage-Woche ebenfalls ausprobieren wollen. Dem Verwaltungsrat legten wir einen Vorschlag für eine Pilotphase ab Januar 2025 vor, konkret geplant und professionell begleitet. Dafür konnten wir einen ehemaligen Mitarbeitenden gewinnen, der das Projektmanagement übernahm.

📌 Definition 4-Tage-Woche

Die 4-Tage-Woche ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem die reguläre Arbeitszeit auf vier statt fünf Arbeitstage verteilt wird. Es gibt zwei Ansätze:

  1. Verdichtung der Arbeitszeit: Die bisherige Wochenarbeitszeit (z. B. 40 oder 42.5 Stunden) wird auf vier längere Arbeitstage aufgeteilt.

  2. Arbeitszeitreduktion. Die Wochenarbeitszeit wird tatsächlich reduziert (z. B. auf 36–38 Stunden), wodurch Mitarbeitende weniger Stunden leisten, bei gleichbleibendem oder leicht reduziertem Lohn. Bei der Raiffeisenbank Luzern Landschaft Nordwest wurde die Arbeitszeit beispielsweise um 10% verkürzt.

Ziele der 4-Tage-Woche sind höhere Mitarbeitermotivation und -produktivität, bessere Gesundheit, gesteigerte Arbeitgeberattraktivität und eine verbesserte Balance zwischen Beruf und Privatleben.

Studien aus Deutschland und aus der Schweiz zeigen, dass Unternehmen durch die 4-Tage-Woche oft zufriedeneres Personal, weniger Krankheitsausfälle und eine stärkere Bindung von Fachkräften erreichen.

4-Tage-Woche ist nicht gleich 4-Tage-Woche

Kathrin Neumüller: Es gibt zwei Modelle: Entweder man drückt die bisherigen 42.5 Stunden in vier Tage, oder man reduziert die Arbeitszeit tatsächlich. Für welches Modell haben Sie sich entschieden?

Hans Arnet: Wir haben die Wochenarbeitszeit um zehn Prozent gesenkt, auf 38 Stunden. Wer mehr als 90 Prozent angestellt ist, verteilt diese 38 Stunden auf vier Tage. Das ergibt 9.5 Stunden Sollzeit pro Tag.

Und das gilt für alle. Teilzeitangestellte profitieren entsprechend: Wer 80 Prozent arbeitet, kommt auf rund 32 Stunden, also acht Stunden pro Tag.

Kathrin Neumüller: Das heisst, bei euch wurde die Arbeitszeit generell um zehn Prozent reduziert und angepasst. Man könnte also sagen, ihr habt einen Mittelweg zwischen dem irischen und dem belgischen Modell gewählt?

Hans Arnet: Genau.

Was Mitarbeitende wirklich motiviert

Kathrin Neumüller: 9.5 Stunden pro Tag. Das klingt nach einem langen Arbeitstag. Wie haben die Mitarbeitenden reagiert?

Hans Arnet: Am Anfang war das tatsächlich die grösste Sorge der Vollzeitangestellten. Doch die Aussicht auf einen zusätzlichen freien Tag wog schwerer. Also sagte man: „Schauen wir mal, wie es sich anfühlt und dann sehen wir weiter.“

Heute, ein halbes Jahr später und nach drei Befragungen – einer Nullmessung im Dezember, einer Erstmessung im März und einer Zweitmessung im Mai – zeigt sich ein klares Bild: Nur noch ganz vereinzelt empfinden Mitarbeitende die 9.5 Stunden als belastend. Konkret vielleicht eine oder zwei Personen.

Kathrin Neumüller: Also ist es vor allem eine Frage der Gewöhnung?

Hans Arnet: Und der Auslastung. Wer gut beschäftigt ist, merkt kaum, ob er 9.5 oder sogar 10 Stunden gearbeitet hat.

Vielleicht noch als Ergänzung: Eigentlich wollten wir bereits im letzten Jahr starten. Doch wir kamen zum Schluss, dass wir noch nicht reif genug waren. Die Raiffeisenbanken Appenzell und Surselva waren damals organisatorisch und prozessual schon weiter. Wir haben deshalb zuerst alle Mitarbeitenden in Zeit- und Selbstmanagement geschult – drei Seminare mit einem externen Referenten. Das war die perfekte Vorbereitung. Heute ist klar: Die längeren Tage sind kein Problem mehr, weil wir uns besser organisieren.

Infografik zur Entwicklung von Arbeit und Freizeit: Von der vorindustriellen Zeit über Industrialisierung, Digitalisierung und Homeoffice bis zur 4-Tage-Woche.

Graphik: In der vorindustriellen Zeit waren Arbeit und Freizeit eng verflochten: Familien arbeiteten oft gemeinsam im Haus oder auf dem Feld, Arbeit und Geselligkeit fanden am selben Ort statt. Mit der Industrialisierung entstand eine klare räumliche und zeitliche Trennung von Arbeit (Fabrik, Büro) und Freizeit (Privatleben). Durch Digitalisierung und Homeoffice begannen sich die Grenzen wieder aufzulösen. Die 4-Tage-Woche steht heute für ein modernes Modell, das klare Strukturen mit mehr Freizeit verbindet und zugleich Produktivität, Gesundheit und Arbeitgeberattraktivität stärkt. Bei Raiffeisenbank Luzerner Landschaft Nordwest arbeiten die Mitarbeitenden vollständig vor Ort, um die Kundennähe zu sichern.

Die 4-Tage-Woche als Vorteil für die Kunden

Kathrin Neumüller: Verstehe ich Sie richtig: Ohne Organisation funktioniert die 4-Tage-Woche nicht?

Hans Arnet: Genau. Jeder muss sich strukturieren – von der Sitzungsplanung bis hin zur privaten Agenda. Spontanität ist kaum mehr möglich. Gleichzeitig gewinnen wir aber an Effizienz, denn Spontanität kann auch ein Ressourcenfresser sein – das wird oft unterschätzt.

Kathrin Neumüller: Das erinnert mich an das Parkinsonsche Gesetz: Arbeit dehnt sich genau in dem Mass aus, wie Zeit dafür zur Verfügung steht. Aber intern kann man Prozesse straffen. Wie funktioniert das im Kundenservice? Dort muss man ja flexibel bleiben.

Hans Arnet: Interessanterweise bin ich jetzt sogar flexibler. Ich muss meine 9.5 Stunden leisten und starte zwischen 7:00 und 8:00 Uhr. Mit Mittagspause bin ich zwischen 17:00 und 19:00 Uhr fertig. Früher war ich teilweise um 15:00 oder 16:00 Uhr schon weg. Jetzt dauert der Tag länger und diese zusätzliche Zeit kann ich für Beratungen nutzen.

Dadurch haben wir heute eine höhere Frequenz an Beratungszeiten, auch zu Randzeiten. Frühmorgens hatten wir schon immer viele Kundengespräche, neu kommen jetzt aber auch Termine am Abend nach 17 Uhr dazu. Früher musste man dafür seine «Freizeit» opfern. Jetzt ergibt sich das automatisch, weil der Arbeitstag länger ist – und so sind wir flexibler.

Kathrin Neumüller: Heisst das, Sie haben heute mehr Abendtermine als früher?

Hans Arnet: Genau. Und das ist für die Kunden ein Vorteil.

Kathrin Neumüller: Spannend. Ich hätte eher gedacht, dass Mitarbeitende es als Belastung empfinden, wenn sie um 17 Uhr noch einen Beratungstermin haben. Aber wenn es im Arbeitstag vorgesehen ist, nimmt man es wohl leichter hin.
Eine andere Frage: Wahrscheinlich habt ihr den freien Tag nicht fix für alle am Freitag, oder?

Hans Arnet: Doch, der freie Tag ist fix. Allerdings nicht für alle am gleichen Wochentag.

Kathrin Neumüller: Wie funktioniert das konkret?

Hans Arnet: Die Festlegung geschah pro Team. Deshalb funktioniert die 4-Tage-Woche bei einer Bank mit nur zehn Mitarbeitenden auch weniger gut als bei einer Bank unserer Grösse. Wir haben Workshops gemacht, Abteilung für Abteilung. Dort wurde besprochen: Wie organisieren wir uns? Wann sind unsere Sitzungen? Wer möchte an welchem Tag frei haben?
Der Auftrag war klar: Die Teams organisieren sich selbst. Ich schreibe niemandem vor, welcher Tag frei ist.

Kathrin Neumüller: Gab es Konflikte? Ich könnte mir vorstellen, dass alle lieber den Freitag hätten.

Hans Arnet: Das war ausgeschlossen. Wenn alle am Freitag frei wollten, mussten sich die Teams einigen. Interessanterweise entschieden manche ganz anders, als ich gedacht hätte – auch Jüngere, von denen man Montag oder Freitag erwartet hätte. Aber es gab keine Konflikte. Jeder Tag hat seine Vor- und Nachteile.

Unser fester Meeting-Tag ist der Dienstag. Dann sind praktisch alle da, was die Arbeit deutlich effizienter macht.

Kathrin Neumüller: Also alle Meetings konzentriert auf einen Tag?

Hans Arnet: Genau. Dienstag ist zwar intensiv, aber klar strukturiert. Statt Sitzungen über fünf Tage zu verteilen, erledigen wir alles kaskadenartig an einem Tag. Und das funktioniert sehr gut.

Kathrin Neumüller: Können Sie persönlich – und auch andere Führungskräfte – den freien Tag wirklich nutzen? Oder bleibt es doch Theorie, weil es immer etwas zu tun gibt?

Hans Arnet: Nein, alle nehmen den freien Tag. Es wird nicht gearbeitet.

Kathrin Neumüller: Auch Sie selbst?

Hans Arnet: Auch ich. Die Trainings zu Zeit- und Selbstmanagement haben mir dabei geholfen, obwohl ich sonst kein grosser Fan solcher Kurse bin. Ein Beispiel: Wir haben vereinbart, dass E-Mails innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden. Damit fällt der Druck weg, sofort zu reagieren.

Kathrin Neumüller: Das klingt sehr befreiend.

Hans Arnet: Ja. Am Donnerstag – meinem freien Tag – beantworte ich die wichtigsten E-Mails spätestens am Freitagmorgen. Alles andere hat Zeit. Wichtig ist auch: Nach aussen kommunizieren wir die 4-Tage-Woche nicht. Sonst heisst es schnell: „Die sind ja nie da.“ Tatsache ist: Auch an einem normalen Arbeitstag bin ich nicht sofort erreichbar, wenn ich den ganzen Tag in Meetings sitze.

Die 4-Tage-Woche umsetzen: Worauf es ankommt

Kathrin Neumüller: Und auf strategischer Ebene? Ich kenne es selbst: Operativ funktioniert Struktur, aber strategische Themen geraten schnell unter Druck. Wie stellen Sie sicher, dass Raum dafür bleibt?

Hans Arnet: Das ist eine Frage der Planung. Bei uns ist der Dienstag der Bankleitungstag. Von 13 bis 15 Uhr Sitzung, und einmal im Monat hängen wir einen „Open Day“ an. Dann reservieren wir den Nachmittag für strategische Themen – meist bis 18 oder 19 Uhr. Vorher hatten wir so etwas nicht. Mit fünf Tagen war die Versuchung grösser, strategische Fragen aufzuschieben. Heute sind sie fix eingeplant.

Ein Beispiel: Meinen Stellvertreter sehe ich montags nicht. Also bespreche ich wichtige Punkte mit ihm bereits am Freitag, bevor die Bankleitungssitzung am Dienstag ansteht. Wir sind gezwungen, klare Zeitfenster zu setzen – und das führt dazu, dass keine Sitzung länger dauert als nötig.

Früher war ich nicht unbedingt der planerischste Mensch, heute muss ich sagen: Durch die strukturierte Planung habe ich trotz 4-Tage-Woche Zeit gewonnen.

Kathrin Neumüller: Und wie haben die Mitarbeitenden reagiert – langfristig, aber auch während der Pilotphase? Gab es vor allem positive Rückmeldungen?

Hans Arnet: Wissen Sie was? Wir hatten seit einem Jahr keine Kündigung.

Kathrin Neumüller: Wirklich?

Hans Arnet: Ja. Wir mussten nichts ausschreiben. Kürzlich suchten wir einen Vermögensberater – und hatten genügend Bewerbungen, um auswählen zu können. Früher war das undenkbar. Auch im Bereich Privatkundenberatung erhielten wir Bewerbungen. Dort lassen wir uns bewusst Zeit. Wir überlegen sogar, zwei Personen „auf Reserve“ einzustellen, weil wir wissen, dass Jüngere oft für Sprachaufenthalte oder Weiterbildungen weggehen.

Kathrin Neumüller: Und wie funktioniert es mit dem freien Tag – wird er tatsächlich eingehalten?

Hans Arnet: Ja. Bei der ersten Messung lag die Einhaltung bei 88 Prozent, im Mai schon bei 94. Ein hoher Wert. Aber es gibt eine Herausforderung: die Teilzeitmitarbeitenden.

Kathrin Neumüller: Inwiefern?

Hans Arnet: Sie profitieren nicht von einem zusätzlichen freien Tag. Ein 50-Prozent-Pensum auf nur zwei Tage zu legen – 19 Stunden – wäre theoretisch möglich, bei uns aber nicht praktikabel. Diese Stellen müssen auf zweieinhalb Tage verteilt werden, sonst fehlt die Präsenz. Teilzeitkräfte hatten anfangs das Gefühl: „Wir arbeiten für die anderen, damit die frei haben.“ Dieses Gefühl ist nicht ganz verschwunden.

Zwei stilisierte Figuren im Vergleich: erschöpft mit 5 Arbeitstagen, motiviert mit 4 Arbeitstagen.

Motiviertere und gesündere Mitarbeitende durch die 4-Tage-Woche

Kathrin Neumüller: Und wie sieht es mit Motivation und Gesundheit aus?

Hans Arnet: Gesundheitswerte sind sehr hoch. Die Motivation ist eher tief – da erwarten wir noch Veränderungen. Aber die Selbstführung hat sich verbessert. Und wir sprechen bewusst nicht von „Work-Life-Balance“, sondern von „Life Balance“.

Kathrin Neumüller: Was ist der Unterschied?

Hans Arnet: Früher war Arbeit Arbeit und Freizeit Freizeit. Dann kam die Digitalisierung – und alles vermischte sich. Heute wollen wir wieder klare Trennung. Viele hatten anfangs Mühe damit. Da kam schon mal die Frage: „Was soll ich den ganzen Tag mit meiner Frau machen?“ Aber inzwischen haben sich Routinen gebildet. Mitarbeitende, von denen ich dachte, sie würden bald kündigen, sind heute ausgeglichener. Sie haben wirklich einen Tag frei und können Dinge erledigen, für die vorher keine Zeit war.

Kathrin Neumüller: Und Sie selbst?

Hans Arnet: Mein freier Tag ist Donnerstag. Selbst wenn das Wetter schlecht ist, erledige ich alles, was sonst am Samstag liegen bleibt. So habe ich ein wirklich freies Wochenende.

Kathrin Neumüller: Das klingt nach einem grossen Gewinn.

Hans Arnet: Ja. Schon im ersten halben Jahr stieg unsere Produktivität. Keine Einbussen, im Gegenteil: höhere Fokussierung, mehr Arbeitgeberattraktivität. Natürlich bleibt es ein Prozess, aber wir haben eine gemeinsame Basis.

Kathrin Neumüller: Und was ist mit dem Homeoffice?

Hans Arnet: Ein paar vermissen es, aber ich habe immer gesagt: Bei einem Kundenberater im Homeoffice sehe ich die Produktivität nicht – oft war es mehr „Home“ als „Office“. Jetzt haben sie ihr „Home“ mit der 4-Tage-Woche.

Kathrin Neumüller: Verstehe.

Hans Arnet: Auch Teilzeitangestellte passen sich an: weniger Pausen, mehr Struktur. Bei einer Präsentation vor Kollegen meinte einer: „Wir haben auch eine 38-Stunden-Woche – aber mit vielen Pausen.“ Meine Antwort: „Wir haben dafür einen ganzen Tag frei.“

Hans Arnet: Unser Ziel war: weniger arbeiten, gesünder sein. Und das haben wir erreicht. Mitarbeitende bewegen sich mehr, sind an der frischen Luft. Das sieht man ihnen an.

Kathrin Neumüller: Klingt grossartig.

Hans Arnet: Wir verlängern die Pilotphase bis Ende Jahr. Im August stellen wir dem Verwaltungsrat den Antrag, die 4-Tage-Woche ab Januar 2026 definitiv einzuführen. Was mich interessiert: Wie wirkt sich das in drei oder fünf Jahren aus? Hält es? Oder leiert es sich aus?

Kathrin Neumüller: Sie haben derzeit eine Wochenarbeitszeit. Wünschen Sie sich eine Jahresarbeitszeit?

Hans Arnet: Ja. In der Vermögensberatung ist Anfang Jahr viel los, im Sommer weniger, am Jahresende wieder mehr. Ich würde den Mitarbeitenden gerne mehr Flexibilität geben. Aber Präsenz bleibt nötig – niemand kann zwei Monate am Stück in die Ferien.

Kathrin Neumüller: Also bleibt die 4-Tage-Woche das Modell der Zukunft?

Hans Arnet: Ich denke schon. 4.5 Tage oder wechselnde Modelle wären möglich, aber das Team muss funktionieren. Eine 38-Stunden-Woche auf fünf Tage lehne ich ab. Mit 9.5-Stunden-Tagen erreichen wir Beratungszeiten auch am Abend – genau dann, wenn viele Kundinnen und Kunden Zeit haben.

Kathrin Neumüller: Ganz herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Arnet.

Hans Arnet: Ich danke Ihnen.

Beitrag veröffentlicht am 27. August 2025

Über Dr. Kathrin Neumüller
Kathrin Neumüller, Co-Geschäftsführerin, hat welliges blondes Haar und trägt einen marineblauen Blazer über einem weissen Hemd. Sie lächelt selbstbewusst und steht in einem modernen Büro mit grossen Fenstern im Hintergrund.

Dr. oec. HSG Kathrin Neumüller ist Co-Geschäftsführerin bei ValueQuest und Expertin für Mitarbeiterinspiration und Empowerment. Daneben unterrichtet sie im MBA strategisches Management an der ZHAW. Sie promovierte an der Universität St. Gallen (HSG) und studierte an der University of Cambridge. Erfahren Sie mehr über Kathrin

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